Filmliste chronologisch

LOVE ME TENDER (1956)

Deutscher Titel: PULVERDAMPF UND HEIßE LIEDER

Elvis zum ersten Mal auf der großen Leinwand – in einem B-Western. Eigentlich sollte der Film nicht eine einzige Songeinlage enthalten und „The Reno Brothers“ heißen, was in Colonel Tom Parkers Augen eine vermarktungstechnische Dummheit gewesen wäre + rechtzeitig von ihm verhindert wurde. Also enthält der Film vier Songs, unter anderem den ewigen Elvis-Gassenhauer „Love Me Tender“, nach dem der Film schließlich auch benannt wurde. Elvis wird am Ende des Films in einer dramatischen Szene von seinem Bruder erschossen – das fanden seine Fans damals unerträglich + nie wieder sollte er in einem Film danach sterben.

Songs:
We’re Gonna Move, Let Me, Poor Boy, Love Me Tender



LOVING YOU (1957)

Deutscher Titel: GOLD AUS HEIßER KEHLE

Dieser Film wurde Elvis auf den Leib geschneidert. Er spielt mehr oder weniger sich selbst (obwohl er natürlich nicht Elvis, sondern Deke Rivers heißt) – einen Lastwagenfahrer aus den Südstaaten, dessen Gesangstalent von einer skrupellosen Managerin entdeckt und ausgeschlachtet wird. Sie nimmt ihn mit auf Tour durch die Südstaaten, und vor allem der weibliche Teil des Publikums flippt aus. Das ganze natürlich gespickt mit einer zarten Love-Story...

Songs:
Got A Lot O’Livin‘ To Do, Hot Dog, Lonesome Cowboy, Loving You, Mean Woman Blues, Party, Teddy Bear



JAILHOUSE ROCK (1957)

Deutscher Titel: RHYTHMUS HINTER GITTERN

Elvis spielt einen jugendlichen Raufbold, der vor allem gelernt hat, sich mit den Fäusten auszudrücken. Im Kampf um eine Frau schlägt er einen anderen Raufbold tot und kommt dafür in den Knast. Dort lernt er einen ausrangierten Country-Sänger kennen, der ihm ein ganz neues Ausdrucksmittel näherbringt. Das Singen. Elvis mausert sich zum Knast-internen Star, und ist wild entschlossen auch außerhalb des Zuchthauses einer zu werden und mit dem Singen Geld zu verdienen. Was funktioniert. Doch der Erfolg steigt ihm zu Kopf, gierig und skrupellos verprellt er all jene, die seine wahren Freunde sind. Bei einer aus einem Streit resultierenden Schlägerei mit dem Countrysänger schlägt der Elvis auf den Kehlkopf, wodurch dieser seine Stimme verliert. Geläutert stellt er dann am Ende des Films unter Beweis, dass er immer noch singen kann und doch kein so mieser Typ ist. Einer der besten E-Movies mit großartigem Soundtrack und der wohl populärsten Elvis-Film-Szene, der Jailhouse-Rock-Choreographie.

Songs:
Baby, I Don’t Care, Don’t Leave Me Now, I Wanna Be Free, Jailhouse Rock, Treat Me Nice, Young And Beautiful



KING CREOLE (1958)

Deutscher Titel: MEIN LEBEN IST DER RHYTHMUS

Eine Verfilmung des Romans „A Stone For Danny Fisher“, die mit einer hochkarätigen Besetzung aufwartet. Mit von der Partie: Walter Matthau als skrupelloser Gangsterboss Maxie Fields. Carolyn Jones spielt die von ihm abhängige Ronnie, die sich natürlich in Elvis verliebt. Szenerie ist das Nachtleben von New Orleans, in dem Elvis zunächst Kneipen putzt, um sich und seine Familie (Mutter verstorben, Vater seitdem erfolglos auf Arbeitssuche als Apotheker) zu finanzieren. Mehrfach schafft Elvis alias Danny Fisher den Schulabschluß nicht, weil er im Unterricht übermüdet einpennt und sich immer wieder in Prügeleien verstrickt. Schließlich wird er von einer Gruppe Kleinkrimineller angeheuert, die ein Kaufhaus ausrauben, während er die Verkäufer und Kunden – mit der Gitarre bewaffnet und mit dem Song „Lover Doll“ – ablenkt. Schließlich schlägt er sich als Sänger durchs Nachtleben und läßt die Bühnen der dunklen, dämmrigen Nachtclubs erstrahlen. So rettet er denn sich selbst und seine Familie – unterbrochen von dramatischen Höhepunkten des Films, in denen Elvis seinen Vater verrät und zusieht wie dieser niedergeschlagen wird, in denen Elvis sich mit dem Gangsterboss anlegt und schließlich die angeschossene Ronnie in seinen Armen sterben sehen muß - vorm sozialen Abstieg. Großartiger Soundtrack mit Songs, die zum größten Teil (wie schon bei LOVING YOU und JAILHOUSE ROCK) aus der Feder des Songwriterteams Jerry Leiber und Mike Stoller stammen.

Songs:
As Long As I Have You, Crawfish, Dixieland Rock, Don’t Ask Me Why, Hard-Headed Woman, King Creole, Lover Doll, New Orleans, Steadfast Loyal And True, Troubole, Young Dreams



G.I. BLUES (1960)

Deutscher Titel: CAFÉ EUROPA

Elvis, frisch aus der Army entlassen, mausert sich immer mehr zum amerikanischen Vorzeigemann. Und so nutzt man den ersten Post-Army-Streifen dafür, dieses Image noch weiter zu etablieren. Elvis spielt den in Frankfurt am Main stationierten G.I. Tulsa MacLean, der sich in einem Nachtclub in die Vorzeigetänzerin des Hauses verliebt. Mit seinen Army-Kumpels wettet er, dass er die Kleine rumkriegt, und die erliegt selbstverständlich seinem Charme, bekommt aber durch einen Zufall mit, dass Elvis um sie gewettet hat und ist natürlich zunächst empört. Doch Elvis beweist seine Aufrichtigkeit, und so küssen sie sich am Ende des Films wiedervereint unter der amerikanischen Flagge – uhje... Naja, immerhin spricht Elvis ein paar Brocken Deutsch („Leberwurst“ zum Beispiel) und gibt den akkordeonschwingenden, bedirndlten Musikanten in „Pappa Muellers“ Gasthaus Nachhilfe – er schnappt sich ihre Gitarre und es entspinnt sich folgender Dialog. Elvis: „You need to put more ooze into your music!“ - Die Musikanten: „Was ist Ooze??“ – Elvis:“Well, I’ll show you was ist ooze!“... Dankesehr...

Songs:
Big Boots, Blue Suede Shoes, Didja Ever, Doin‘ The Best I Can, Frankfurt Special, G.I. Blues, Pocketful of Rainbows, Shoppin‘ Around, Tonight Is So Right For Love, What’s She Really Like, Wooden Heart



FLAMING STAR (1960)

Deutscher Titel: FLAMMENDER STERN

Elvis spielt das Halbblut Pacer Burton, den seine ungeklärte kulturelle Zugehörigkeit auf die Seite der gegen seine Eltern kämpfenden Indianer treibt. Einer der wenigen Versuche, Elvis in einem Film als reinen dramatischen Darsteller und nicht vorrangig oder zumindest auch als Sänger zu inszenieren.Der Film basiert auf einem Roman, der eigentlich 1958 mit Marlon Brando in der Hauptrolle hätte verfilmt werden sollen. Tatsächlich ist Flaming Star einer der wenigen Elvis-Filme, die durch ihre dichte Handlung überzeugen und die man gut und gerne in einem Rutsch von Anfang bis Ende gucken kann, auch wenn nicht alle fünf Minuten ein neuer Songs präsentiert wird.

Songs:
A Cane And A High Starched Collar, Flaming Star



WILD IN THE COUNTRY (1961)

Deutscher Titel: LIED DES REBELLEN

Elvis ist Glenn Tyler, südstaatengefärbt-nuschelnder Countrtyboy mit Talent zum Schreiben und Erzählen, der seinen Bruder (den er fast erschlägt) und seinen Vater haßt, weil die beiden seine Mutter, die er im Alter von neun Jahren verlor, in den Tod getrieben haben. Wütend und seelisch hilflos prügelt er sich durch die Gegend und wird schließlich von einem Jugendgericht unter psychologische Aufsicht gestellt. Die ihm anvertraute Psychologin (gespielt von Hope Lange) entdeckt sein Talent – er prügelt aus Gerechtigkeitssinn, aus moralischer Verantwortung. Er ist vielleicht unbelesen, aber nicht dumm. Das Herz der Psychlogin fliegt ihm also zu. Ebenso wie das Herz der zauberhaften Tuesday Weld, die die Tochter seines Ziehvaters spielt, ein uneheliches Kind hat und wie Elvis unter jugendlicher Orientierungslosigkeit leidet. Etwas bemüht thematisiert der Film die schwierige Jugend, dennoch gehört er zu den besseren Elvis-Filmen.

Songs:
In My Way, I Slipped – I Stumbled – I Fell, Lonely Man, Wild In The Country



BLUE HAWAII (1961)

Deutscher Titel: BLAUES HAWAII

Der Prototyp des Elvis-Films. Tolle Landschaften, immer super Wetter, gut gelaunte und gut aussehende Menschen, allen voran Elvis – jung, knackig, frisch. Elvis spielt Chad Gates, der (frisch aus der Army entlassen) keinen Bock hat, die Leitung der Ananas-Plantage seiner Eltern zu übernehmen, sondern lieber mit seinen hawaiianischen Kumpels am Strand abhängt oder jungen, knackigen Frauen als Reisebegleiter in die Schönheiten und Geheimnisse Hawaiis einweist. Seine ständig leicht angetrunkene Mutter spielt übrigens Angela Lansbury.

Songs:
Almost Always True, Aloha Oe, Beach Boy Blues, Blue Hawaii, Can’t Help Falling In Love, Hawaiian Sunset, Hawaiian Wedding Song, Island Of Love, Ito Eats, Ku-U-I-Po, Moonlight Swim, No More, Rock-A-Hula Baby, Slicin‘ Sand, Steooing Out Of Line



FOLLOW THAT DREAM (1961)

Deutscher Titel: EIN SOMMER IN FLORIDA

Elvis spielt den etwas tumben Toy Kwimper, der zusammen mit seiner Familie und einem Wohnmobil durch Florida tuckert. Die Familie gerät in Konflikt mit dem Staat, weil sie einfach ein Stück Land besetzt und zu ihrem neuen Heim erklärt. Direkt nebenan siedelt eine zwielichtige Kriminellenbande, die illegales Glücksspiel betreibt. Außerdem ist das Jugendamt der Familie Kwimper auf den Fersen – in Form einer hormonsprühenden Dame, auf deren Anmache Elvis/ Toby partout nicht anspringen will. Also nimmt sie ihm einfach seine beiden kleinen Stiefbrüder weg. Elvis kämpft zusammen mit seinem Papa und seiner Stiefschwester (in die er verliebt ist) an allen Fronten, sprengt schließlich die Kriminellen in die Luft und bekommt vor Gericht nach einer rührenden Ansprache, die alle überzeugt, das Sorgerecht für seine Brüder zurück.

Songs:
Follow That Dream, I’m Not The Marrying Kind, Sound Advice, What A Wonderful Life.



KID GALAHAD (1962)

Deutscher Titel: HARTE FÄUSTE, HEIßE LIEBE

Elvis als singender Preisboxer oder eher preisboxender Sänger. Frisch aus der Army entlassen fährt er ziellos durch die Gegend, bis er in einem Boxcamp landet. Dort will er zunächst als Hilfsarbeiter anheuern, wird aber vom Betreiber aus Spaß in den Ring geschickt, wo er seinen Sparringspartner (den Champ des Camps) ausknockt. Also nimmt ihn kein geringerer als Charles Bronson als sein Trainer unter die Fittiche und macht einen Profiboxer aus ihm. Der Film beweist einmal mehr: Wenn Elvis singt, sind ihm alle Freund – auch wenn er einen noch wenige Sekunden vorher k.o. geschlagen hat. Sein Hobby in diesem Film: Autos reparieren und sich dabei von schönen Frauen beobachten lassen – bevorzugt von der Tochter des Boxcampleiters, in die Elvis verliebt ist.

Songs:
A Whistling Tune, Home Is Where The Heart Is, I Got Lucky, King Of The Whole Wide World, Riding The Rainbow, This is Living



GIRLS! GIRLS! GIRLS! (!962)

Deutscher Titel: GIRLS! GIRLS! GIRLS!

Elvis spielt einen Shrimp-Kutter-Kapitän, der nach einem versunkenen Schatz taucht, um das Boot, das er mal mit seinem Papi zusammen gebaut hat, von einem windigen Yachthändler zurückzukaufen. Es wimmelt nur so von bikinigekleideten Girls um ihn herum. Das Filmplakat verheißt: „The Swingin‘-est ELVIS! & Girls (Girls, Girls) & Songs (lots of them)! Who could ask for anything more?“

Songs:
A Boy Like Me A Girl Like You, Earth Boy, Girls! Girls! Girls!, I Don’t Wanna Be Tied, Return To Sender, Song Of The Shrimp, Thank To The Rolling Sea, The Walls Have Ears, We’ll Be Together, we’re Coming In Loaded, Where Do You Come From?



IT HAPPENED AT THE WORLD’S FAIR (1963)

Deutscher Titel: OB BLOND, OB BRAUN

Hier spielt Elvis den freiheitsliebenden Piloten Mike Edwards, der von sich behauptet: „Ich fliege dort, wo ich gebraucht werde.“ Weil sein Partner ihr gemeinsames Flugzeug beim Glücksspiel verliert, hängen die beiden in Seattle auf der Weltausstellung fest. Dort nimmt sich Elvis der kleinen Asiaten Su-Lin an, die im Gewühl dieses Großereignisses ihren Onkel Walter verloren hat. Er verliebt sich in eine Krankenschwester. Um sich von ihr behandeln lassen zu können, heuert er einen Lausbuben an, der ihm für ein paar Cent das Schienbein blau treten soll. In der Rolle dieses Knaben sehen wir einen zukünftigen Star, der tatsächlich auch einmal Elvis darstellen wird: Kurt Russell...

Songs:
A World Of Our Own, Beyond The Bend, Cotton Candy Land, Happy Ending, How Would You Like To Be, I’m Falling In Love Tonight, One Broken Heart For Sale, Relax, Take Me To The Fair, They Remind Me Too Much Of You



FUN IN ACAPULCO (1963)

Deutscher Titel: ACAPULCO

Elvis als Bademeister und Klippenspringer. Allerdings sitzt seine Badehose ziemlich tight, er hat merklich Speck angesetzt. Recht knackig dagegen Bond-Girl Ursula Andress, die eine Badenixe spielt. Elvis‘ Herz pendelt zwischen ihr und der rassig-brünetten Stierkämpferin Marguerita hin und her. Das Ganze spielt sich vor einer bunten Touri-Kulisse ab, der Elvis zusammen mit einem kleinen frechen Jungen, der zu seinem Manager avanciert und ihm Auftritte in Hotels verschafft, ein Loblied singt- „Mexico“.

Songs:
Bossa Nova Baby, The Bullfighter Was A Lady, El Toro, Fun In Acapulco, Guadalajara, i Think I’m Gonna Like It Here, Marguerita, Mexico, There’s No Romm To Rhumba In A Sports Car, Vino Dinero Y Amor



KISSIN‘ COUSINS (1964)

Deutscher Titel: DIE WILDEN WEIBER VON TENNESSEE

Elvis in einer Doppelrolle – ohlàlà... Einmal als blondperückter Hinterwäldler und einmal als schwarzhaariger Offizier. Der dunkle Elvis muß den blonden davon überzeugen, dass es in Ordnung ist, neben der illelgalen Schnapsbrennerei der Familie eine Abschußbasis für Nuklear-Raketen zu bauen. Der deutsche Titel bringt es auf den Punkt: reaktionärer, hirnzersetzender Möchtegern-Klamauk...

Songs:
Barfoot Balld, Catchin‘ On Fast, Kissin‘ Cousins, once Is Enough, One Boy Two Little Girls, Smokey Mountain Boy, Tender Feeling, There’s Gold In The Mountains



VIVA LAS VEGAS (1964)

Deutscher Titel: TOLLE NÄCHTE IN LAS VEGAS

Der Rennwagenfahrer Elvis verliebt sich in Ann-Margret, die Schwimmlehrerin des Hotels. Als sein Geld (die Gebühr für die Teilnahme am „großen Rennen“) ins Abflußrohr des Swimming-Pools gesaugt wird, nimmt er einen Job als Kellner an und tritt gegen Ann-Margret an im Wettbewerb um den besten Angestellten. Schließlich nimmt er am Rennen teil, gewinnt und heiratet Ann-Margret. Da gibt’s ein paar flotte musikalische Einlagen von den beiden, Ann-Margret endlich mal wieder ein Co-Star, der Elvis angestachelt hat, und man sieht ihm an, dass der Film ihm Spaß gemacht hat.

Songs:
C’mon Everybody, If You Think I Don’t Need You, I Need Somebody To Lean On, The Lady Loves Me, Santa Lucia, Today Tomorrow And Forever, Viva Las Vegas, What’d I Say, Yellow Rose Of Texas



ROUSTABOUT (1964)

Deutscher Titel: KÖNIG DER HEIßEN RHYTHMEN

Songs:
Big Love Big Heartache, Carny Town, Hard Knocks, It’s A Wonderful World, It’s Carnival Time, Little Egypt, One Track Heart, Poison Ivy League, Roustabout, There’s A Brand New Day On The Horizon, Wheels On My Heels



GIRL HAPPY (1965)

Deutscher Titel: KURVEN-LILLY

Möchtegern-fröhlich-bunter Teeniefilm. Sommer, Sonne, Florida! Spring Break und Girls in Bikinis! Strandparties und Alkohol! Wow! Elvis spielt den Sänger Rusty Wells, der dem verschneiten Chicago zusammen mit seiner Band entfliehen kann, um in Fort Lauderdale, Florida auf die Tochter seines Chicagoer Bosses aufzupassen. Das Beschatten der Tochter und das Verhindern, dass sei es zu wild treibt, stört Elvis natürlich enorm beim eigenen Beutezug. Obwohl erst klar ist, dass das Mädel eigentlich nichts für ihn ist (sie liest am Swimmingpool liegend ein Buch), passiert das Unvermeidliche: Elvis verliebt sich in sie und sie sich natürlich auch in ihn. Allerdings muß sie an seiner Liebe zweifeln, als sie rausfindet, dass Elvis eigentlich nur auf sie aufpassen soll. Sie betrinkt sich und wird nach einer Rauferei in den Frauenknast gesperrt. Doch Elvis kennt da nix, er verkleidet sich einfach als Frau und bricht in den Knast ein, um ihr seine aufrichtige Liebe zu gestehen. Wahnsinn. Elvis ist in seinen Filmen schon längst nicht mehr der laszive Rebell, sondern ein 30-jähriger Lustmolch, der den am Pool sitzenden Damen mit Gitarre begleitet und mit dem Song „Fort Lauderdale Chamber of Commerce“ sein Motto entgegentrötet: „Pretty girls 18 to 23, if their technique ain’t what it shoul be, get love instructions for free from me“. Na, vielen Dank!

Songs:
Cross My Heart And Hope To Die, Do Not Disturb, Do The Clam, Fort Lauderdale Chamber Of Commerce, Girl Happy, I’ve Gotta Find My Baby, The Meanest Girl In Town, Puppet On A String, Spring Fever, Startin‘ Tonight, Wolf Call



TICKLE ME (1965)

Deutscher Titel: COWBOY-MELODIE

Elvis spielt einen arbeitslosen Rodeo-Cowboy, der sich vor lauter Nichtstun auf eine Schönheitsfarm verirrt. Dort fallen die lüsternen Frauen in Jogginganzügen über ihn her. Doch ihm hat es die Fitness-Lehrerin angetan. Nebenbei stolpert er über einen versteckten Goldschatz, der Trillionen von Dollar wert ist...

Songs:
Dirty Dirty Feeling, Wasy Question, I Feel That I’ve Konwn You Forever, I’m Yours, Night Rider, Put The Blame On Me, Slowly But Surely



HARUM SCARUM (1965)

Deutscher Titel: VERSCHOLLEN IM HAREM

Elvis spielt den Filmstar Johnny Tyronne, der in seinem aktuellen Film einen Leoparden per Karateschlag ins Jenseits befördert. Bei der Premierenfeier für diesen Film wird er von einer Horde böser Buben (den „Assassins“) entführt, die ihn in ihr arabisches Königreich, in dem die Zeit seit 200 Jahren stehen geblieben ist, entführen und ihn zwingen wollen, den König des Landes mit einem ebensolchen gezielten Karateschlag umzubringen. Doch Elvis stolpert bei seinem wilden Trip über die Tochter des Königs und verliebt sich in sie. Und so kommt alles anders als geplant... (Das amerikanische Filmplakat verkündete übrigens: „ELVIS BRINGS THE BEAT TO BAGDAD“...)

Songs:
Go East Young Man, Golden Coins, Harem Holiday, Hey Little Girl, Kismet, Mirage, My Desert Serenade, Shake That Tambourine, So Close Yet So Far.



FRANKIE AND JOHNNY (1966)

Deutscher Titel: FRANKIE UND JOHNNY

Ein brutal bunt ausgestattetes Köstum-Verwechslungs-Musical-Filmchen. Elvis spielt den glücksspielsüchtigen Riverboat-Sänger Johnny, der sowohl sein Geld, als auch das seiner Freundin Frankie verspielt. Alle Akteure in diesem Film – bis auf Elvis - sind dauerbeschwippst. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als Nelly Bly, die Ex des Riverboatbetreibers, die Szenerie betritt und Johnny Glück am Roulette-Tisch bringt...

Songs:
Beginner’s Luck, Chesay, Come Along, When The Saints Go Marching In, Everybody Come Aboard, Frankie And Johnny, Hard Luck, Look Out Broadway, Petunia The Gardener’s Daughter, Please Don’t Stop Loving Me, Shout It Out, What Every Woman Lives For, Down By The Riverside



PARADISE, HAWAIIAN STYLE (1966)

Deutscher Titel: SÜDSEE-PARADIES

Elvis einmal mehr als Pilot. Er wird von seiner Fluggesellschaft gefeuert, weil er während des Flugs mit einer Stewardess im Cockpit rumgemacht hat. Also zieht es ihn schnurstarcks nach Hawaii, wo er mit einem Freund zusammen eine Hubschrauberfluglinie hochzieht, mit der er bevorzugt schöne Frauen transportiert oder sich selbst zwischen den acht hawaiianischen Inseln und seinen jeweils darauf befindlichen Freundinnen hin- und herfliegt. In seiner Freizeit zeichnet er sich vor allem als prima Babysitter aus.

Songs:
Datin‘, It’s A Dog’s Life, Drums Of The Islands, House Of Sand, Paradise Hawaiian Style, Queenie Wahine’s Papaya, You Scratch My Back, Stop Where You Are, This Is My Heaven



SPINOUT (1966)

Deutscher Titel: SAG NIEMALS JA

Gleich drei Frauen wollen Elvis vor den Traualtar zerren: eine Erfolgsschriftstellerin, die sich für die Recherchen zu ihrem neuen Buch über den perfekten amerikanischen Mann an seine Fersen geheftet hat, eine gewiefte Tochter eines Automobilherstellers und die süße, burschikose Schlagzeugerin der Band von Elvis. Küssen läßt er sich von allen dreien gern, aber nicht heiraten. Wenn’s brenzlig wird, schwingt er sich lieber in heißte Kisten und tobt sich auf der Rennstrecke aus.

Songs:
Adam An Evil, All That I Am, Am I Ready?, Beach Shack, I’ll Be Back, Never Say Yes, Smorgasbord, Stop Look An Listen, Spinout



EASY COME, EASY GO (1967)

Deutscher Titel: SEEMANN – AHOI!

Elvis ist Ted Jackson, Froschmann und Navy-Experte für Unterwassermontage. Als Zivilist taucht er nach versunkenen Schätzen, gerät in die Fänge einer Yoga-Truppe, wohnt einigen Beatniks bei wilden Kunsthappenings bei (hui, die bemalen die Körper von knackigen Mädchen, die sich dann über eine Leinwand wälzen) und singt in schräg-surrealen Nachtclubs.

Songs:
Easy Come Easy Go, I’ll Take Love, The Love Machine, Sing You Children, Yoga Is As Yoga Does, You Gotta Stop



DOUBLE TROUBLE (1967)

Deutscher Titel: ZOFF FÜR ZWEI

Auf seiner Tour durch Europa wird der Sänger Guy Lambert unfreiwillig in eine Juwelenschmuggel-Affäre verwickelt. Quer durch Europa verfolgen ihn: eine reiche Erbin mit kriminellen Anwandlungen, die sich in London in ihn verliebt hat, ein minderjähriges Mädchen, das ihn heiraten will, zwei Juwelendiebe, Interpol und schließlich die belgische Polizei. Auch die neun Songs können diesen Film nicht wirklich retten...

Songs:
City By Night, Could I Fall In Love, Double Trouble, Baby If You’ll Give Me All Your Love, I Love Only One Girl, Long-Legged Girl, Old MacDonald, There Is So Much World To See



CLAMBAKE (1967)

Deutscher Titel: NUR NICHT MILLIONÄR SEIN

In der Elvis-Lieratur ist man sich eigentlich einig, dass dieser Film den Tiefpunkt des Elvis-schen Filmschaffens darstellt. Er spielt einen Millionärssohn, der es satt hat, von den Frauen nur seines Geldes wegen geliebt zu werden ( er hat nämlich sogar ein Autotelefon!) Deshalb tauscht er mit einem armen Schlucker, den er auf dem Motorrad sitzend an einer Tankstelle aufgabelt, die Rollen und heuert in einem Hotel als Wasserskilehrer an. Er verliebt sich in eine Mitarbeiterin, die nur auf der Anlage arbeitet, um sich einen der dort abgestiegenen Millionäre zu angeln. Gott sei Dank verliebt sie sich (nach einigen Wirren, an die ich mich schon kurz nach Genuss dieses Filmes nicht mehr erinnern kann) schließlich auch in Elvis, bevor sei rausfindet, dass auch der ordentlich Penunze hat. Elvis beweist in diesem Film nicht nur, dass er vor Bluescreen Wasserski fahren kann, sondern auch, dass er sich pädagogisch wertvoll verhalten kann: er hüpft mit Kindern über einen Spielplatz und predigt ihnen singend was von „Confidence“. Alle Achtung!

Songs:
Clambake, Confidence, The Girl I Never Loved, Hey Hey Hey, A House That Has Everything, Who Needs Money, You Don’t Know Me



STAY AWAY, JOE (1968)

Soweit ich weiß, lief dieser Film nie in den deutschen Kinos. (Wer es besser weiß, kläre mich bitte auf!) Erwähnenswert an diesem Film ist eigentlich nur, dass Elvis (nachdem er in Clambake doch ganz ordentlich pillen-aufgedunsen rüberkommt) endlich wieder umwerfend gut aussieht. Braungebrannt, schlank und rank, stets mit Cowboyhut und im shabby-Jeans-Look tobt er durch diesen Film. Fährt mit dem Auto querfeldein, schläft unter freiem Himmel im Regen, singt dem Bullen Dominick ein Liedchen, als der zu träge ist, sich zum Befruchten einer Kuh zu erheben. Er spielt den Rodeostar indianischer Abstammung Joe Lieghtcloud. Der ist sich außerdem für keinen Faustkampf und keine Knutscherei zu schade. Er kehrt nach Arizona zurück, um Rinder zu züchten, doch seine Family hat inzwischen seinen Zuchtbullen zu Steaks verarbeitet. Wild. Naja, Standbilder vom Film angucken, das reicht.

Songs:
All I Needed Was The Rain, Dominick, Stay Away Joe



SPEEDWAY (1968)

Deutscher Titel: SPEEDWAY

Elvis einmal mehr als Rennfahrer. Ihm immer dicht auf den Fersen diesmal der weibliche Co-Star Nancy Sinatra, die eine Steuerfahnderin spielt, jawoll, denn Elvis und sein Manager schulden dem Staat ne ganze Menge Penunzen. Natürlich verknallt sich Elvis in die strenge, aber wunderhübsche Steuerfahnderin. Die darf selbstverständlich auch noch einen Songs zum besten geben: Your Groovy Self. Schwache Nummer, die offenbart, dass Nancy Sinatra sich überhaupt nicht gescheit zu Musik bewegen kann. Wie auch immer, Elvis kann das in diesem Film auch nicht wirklich... Obwohl er in anderen Filmen schon schlechter und quabbeliger ausgesehen hat. Wenigstens ist die Frise wieder okay...

Songs:
He’s Your Uncle Not Your Dad, Let Yourself Go, Speedway, There Ain’t Nothin‘ Like A Song, Who Are You?, You’re Time Hasn’t Come Yet Baby



LIVE A LITTLE, LOVE A LITTLE (1968)

Deutscher Titel: LIEBLING, LAß DAS LÜGEN

Songs:
Almost In Love, Edge Of Reality, Wonderful World, A Little Less Conversation



CHARRO! (1969)

Deutscher Titel: CHARRO!

Der erste, letzte und einzige Film, in dem die Singstimme von Elvis wirklich nur während des Vor- und Abspannes zu hören ist. Ein echter B- bis C-Movie. Es geht um eine verschwundene (natürlich von Bösewichten gestohlene) goldene Kanone (ja, so’n großes Ding, mit Kanonenkugeln und so, was auch Piraten schon benutzt haben) aus dem mexikanischen Bürgerkrieg, und Elvis ist der Gute. Gut, aber einsam. Sehr oft sieht man nur ihn und seinen Gaul. Aber: er macht eine Spitzenfigur auf dem Pferderücken und sieht – dreitagesbebärtet und mit angeranztem Cowboykopfschmuck behütet - absolut hinreißend aus. Ansonsten... schnarch....

Song:
CHARRO



THE TROUBLE WITH GIRLS (1969)

Deutscher Titel: IMMER ÄRGER MIT DEN MÄDCHEN

Dieser Film zeichnet sich vor allem dadruch aus, dass man eine qualvolle Stunde lang auf den nächsten Song wartet und sich das Warten dann nicht lohnt. Elvis spielt Walter Hale, Manager eines reisenden Jahrmarktes im Amerika der 20er Jahre. Ab und zu läuft er durchs Bild und sieht dabei –zugegebenermaßen - einmal mehr echt stylish aus – immer im blütenweißen Anzug und mit schlanker Zigarre im Mundwinkel. Zur Inszenierung des Songs „Clean Up Your Own Backyard“ wartet der Film mit pseudogewagter Videoclip-Ästhetik auf, was den Film natürlich nicht rettet. Und, um einen guten Song zu hören, muß man sich nicht durch zähe Minuten handlungsarmer Öde quälen....

Songs:
Almost, Clean Up Your Own Backyard, Signs Of The Zodiac, Swing Low Sweet Chariot



CHANGE OF HABIT (1969)

Deutscher Titel: EIN HIMMLISCHER SCHWINDEL

Elvis spielt Dr. John Carpenter, einen idealistischen Ghetto-Doktor, der im Kampf gegen Kriminatlität, Rassismus und soziale wie psychische Mißstände von einer Truppe Undercover-Nonnen unterstützt wird. Diese werden angeführt von der großartigen Mary Tyler Moore, die zusammen mit Elvis ein autistisches Mädchen zum Sprechen bringt, die sich natürlich (gegen ihren Willen) in Elvis verliebt – und er in sie. Ein weiterer Konflikt in diesem etwas konfliktüberladenen Film. Überhaupt will dieser Film etwas zuviel, versucht sich etwas verkrampft in Sozialkritik und kann sich nicht recht entscheiden, ob er nun vom Galubenskampf der Nonnen, von der Verantwortung privilegierter Menschen den unterprivilegierten gegenüber oder vom Kampf gegen Armut erzählen will. Schlecht ist er nicht, der Film, gute Songs gibt’s außerdem, die einigermaßen plausibel eingebaut werden. Dennoch, die eigentliche Message dieses Films lautet einmal mehr: Elvis! Er sieht unglaublich gut aus und ist der wohl hipste, bestgekleidete Ghetto-Arzt, den man sich vorstellen kann. Ach, diese Kotelletten...

Songs:
Change Of Habit, Have A Happy, Let Us Pray, Rubberneckin‘